Die Evangelische Stadtgemeinde Stendal realisiert derzeit den Umbau des Domstiftes zu ihrem Gemeindezentrum mit überregionaler Bedeutung. Neben der Restaurierung des historischen Bestandes von Süd- und Ostflügel ist der Neubau eines modernen Westflügels Bestandteil des Planungs- und Realisierungsauftrags.
Beispielsweise wird der große Kapitelsaal im Erdgeschoss zukünftig als Winterkirche fungieren und zudem zeitgemäßen Raum für kirchliche Synoden und Tagungen bieten. Eine moderne Heiz- und Lüftungsanlage sowie eine Bauteiltemperierung werden für konstantes Raumklima sorgen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg klafft im Verlauf des Straßenzuges Am Dom eine städtebaulich relevante Lücke. Der aktuelle Entwurf sieht vor, das Obergeschoss gleichsam einer Brücke vom Ruinenbestand der Südwestecke des Domstiftes zum Westwerk des Domes zu führen. Das mit Fassadenplatten aus Cortenstahl verkleidete Obergeschoss setzt sich deutlich vom Erdgeschoss aus Sichtbeton ab. Im Grundriss wird auf der Gartenseite das Kreuzgang-Strebepfeiler-Motiv des ursprünglichen Bestandes aufgenommen und modern mit Glasflächen und Betonstützen interpretiert.
In Anlehnung an die Bedeutung des Fensters im kirchlichen Raum und in Fortführung des Lichtbandes des Doms werden die straßenseitigen Fenster des Westflügels mit einem Isolierglas versehen, in dessen Scheibenzwischen- raum eine Kupfermasche eingebaut ist. So bilden die Rottöne von Backstein (Dom), Cortenstahl und Kupfer ein Kontinuum der Materialien. Mit der innenliegenden Kupfermasche wird zudem eine passive, sonnenstandsabhängige Verschattung realisiert.
Der Stendaler Dom St. Nikolaus verfügt über einen wertvollen Bestand von Fenstern mit mittelalterlicher Glasmalerei. Mit dem Einsatz des hochwertigen "Kupferfensters" wird ein adäquater, jetztzeitlicher Akzent gesetzt.
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ich bin in stendal aufgewachsen, im dom getauft, konfirmiert usw. welch ein glück, dass nun der westflügel des kreuzganges wieder ersteht. ich bin durchaus ein großer freund guter zeitgenössischer architektur, aber irgendwie fremdle ich mit dem entwurf. werde mir also alsbald die fortschreitenden bauarbeiten vor ort anschauen. meines wissens lagern im altmärkischen museum gerettete bauteile aus den trümmern des westflügels: kapitelle, säulenreste der innenhofarkarden usw. warum wurde offenbar nicht in erwägung gezogen, diese in den neubau zu integrieren? das hätte zu spannenden zitaten des ursprungsbaus führen können…nun, ich bin gespannt, wie in der wirklichkeit sich dieser neubau ausnehmen wird. beste grüße
[...] Revit Architecture Suite 2011” ist bei der Planung und Realisierung des Bauvorhabens Domstift Stendal im Einsatz. Sanierung, Restaurierung, Neubau – dank Phasenmodell, BIM* und [...]