BOARCHiTEKT

Architekt

 

6. März 2010

My First Renderings

Am Anfang war ein 386er Rechner, ein Geschenk meiner Eltern, geliefert direkt ins Wohnzimmer. Der Junge sollte ordentliches Handwerkszeug für […]

Am Anfang war ein 386er Rechner, ein Geschenk meiner Eltern, geliefert direkt ins Wohnzimmer. Der Junge sollte ordentliches Handwerkszeug für das Architekturstudium haben. Danke. Zufällig war damals ein Freund dabei, ein Schweizer UNIX-Spezialist, der nichts besseres zu tun hatte, als den Rechner erst einmal aufzuschrauben, um die verbaute Elektronik zu erkunden. Mir stockte der Atem. Das Wunder Computer war entzaubert – gleich in den ersten Minuten.

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Den zweiten Schock gab es für meine Eltern. Der Junge kaufte sich eben mal für rund 4.000 noch gar so neue D-Mark einen 20”-Monitor – ein Riesending. Und dann konnte es los gehen in der Weimarer Studentenbude. Dass das Installieren der 12 Disketten AutoCAD 11 und 5 Disketten 3D Studio 2.0 einiger Stunden bedurfte, minderte den Enthusiasmus nicht im Geringsten. Die Nächte wurden lang.

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Wir haben uns die Finger gebrochen, um die Räume zu generieren. Die Hälse wurden steif beim gespannten Warten auf das Renderergebnis. Immerhin haben wir mit den Bildern den Computerschein des Semesters bekommen, ohne ein Mal im Fachkabinett gewesen zu sein. Und dann halfen die Renderings auch bei der Suche nach Studentenjobs. Die Architekturbüros der Stadt zeichneten immer noch auf Reißbrettern. Wir konnten mit dem bunten Kram überzeugen, fühlten uns wie Columbus beim Behumsen der Indianer mit Glasmurmeln.

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Fällt Ihnen auf, dass die Fotos alle links am Rand hängen? Das ist kein Fehler beim Einscannen. Das ist authentisch. Mangels Drucktechnik mussten wir die Renderings vom Monitor abfotografieren. Das ging nur Nachts bei Dunkelheit. Die Printmaschine des Fotografen hat dann die Negative nicht richtig lesen können, hat den Filmstreifen so weit gezogen, bis das eigentliche Bild begann. Da ging dann der linke schwarze Rand verloren – unglaublich, aber wahr.


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